Ohne Polenfreiheit keine deutsche Freiheit, ohne Polen kein dauerhafter Frieden, kein Heil für alle europäischen Völker
Von Warschau reise ich mit einigen KoLibrans in den Südwesten, nach Oberschlesien. Den Ronald-Reagan-Platz in Nowa-Huta bei Krakow darf ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Die Industriestadt Nowa Huta (Neue Hütte) wurde in den 1950ern von den Kommunisten angelegt, um ein Gegengewicht zur alten polnischen Königsstadt Krakow zu schaffen und ihren liberalen Charakter zu zerstören. Ihr Zentrum war der Leninplatz, den man nach der Wende stilsicher umbenannte. In Berlin, das seine Freiheit wesentlich diesem Präsidenten verdankt, gibt es selbstverständlich keine Erinnerung an ihn.
Nach spannenden Tagen in Katowice, Gliwice und Krakow bin ich zum Treffen von KoLiber Katowice eingeladen. Nach deutschen Maßstäben ist es erfrischend. Unter dem Dutzend Teilnehmer sind viele unter-20-jährige „LiberTeens“. In Berlin mit einer zehnmal so großen Bevölkerung kennt man kleinere Runden bei einem ungleich höheren Altersdurchschnitt. Nicht nur die bloße Menge begeistert, auch der Gehalt hat es in sich. Im Handumdrehen muss ich meinen „weichgespülten“ Liberalismus gegen Zuzanna verteidigen, eine 18-jährige ebenso intelligente, wie gut aussehende, wie radikale Anarcho-Kapitalistin, verteidigen. Augenzwinkernde Einigkeit besteht immerhin darüber, dass man dringend eine Libertäre Panzerdivision aus privat finanzierten Söldnern aufstellen müsse, um den wenigen Freunden der Freiheit in Frankreich beizustehen, wo sie studiert.
Dies ist nur eine Facette. Am anderen Ende des Spektrums gibt es Wojtek, dessen Bussgelder für Trinken in der Öffentlichkeit ein Mehrfaches seines Monatsgehalts ergeben. Zu den illiberalen Zügen Polens gehört das Verbot, Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken. Mit einigen Dosen Tyskie müssen wir uns in ein Waldstück zurückziehen, um nicht von der Polizei erwischt zu werden. Wojtek, seines Zeichens fanatischer GKS-Fan, ist kein gutes Wort über die polnische Polizei zu entlocken. In Deutschland würde seinesgleichen nur von rechten oder linken Sozialisten angesprochen. Der organisierte deutsche Liberalismus rund um die Apothekerpartei wirkt vor diesem Hintergrund immer dröger.
Als der Abend in einem abgetakelten, mit Wehrmachts-Krädern dekorierten Rock-Schuppen ausklingt, erlebe ich noch den schlechtesten DJ der Welt. Minutenlange Pausen zwischen untanzbaren Liedern, die sich innerhalb von 10 Minuten wiederholen: Das muss man erlebt haben, um es würdigen zu können.
Am nächsten Morgen warten 12 Stunden Zugfahrt nach Berlin. Ich bin wieder ein Stück heimatloser geworden.
Aber wo war noch mal hier?
Tja, genau genommen,
Geht’s nicht um die Richtung.
Beides ist nach Hause kommen.
LiberTeens in Śląsk
Von Warschau reise ich mit einigen KoLibrans in den Südwesten, nach Oberschlesien. Den Ronald-Reagan-Platz in Nowa-Huta bei Krakow darf ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Die Industriestadt Nowa Huta (Neue Hütte) wurde in den 1950ern von den Kommunisten angelegt, um ein Gegengewicht zur alten polnischen Königsstadt Krakow zu schaffen und ihren liberalen Charakter zu zerstören. Ihr Zentrum war der Leninplatz, den man nach der Wende stilsicher umbenannte. In Berlin, das seine Freiheit wesentlich diesem Präsidenten verdankt, gibt es selbstverständlich keine Erinnerung an ihn.
Nach spannenden Tagen in Katowice, Gliwice und Krakow bin ich zum Treffen von KoLiber Katowice eingeladen. Nach deutschen Maßstäben ist es erfrischend. Unter dem Dutzend Teilnehmer sind viele unter-20-jährige „LiberTeens“. In Berlin mit einer zehnmal so großen Bevölkerung kennt man kleinere Runden bei einem ungleich höheren Altersdurchschnitt. Nicht nur die bloße Menge begeistert, auch der Gehalt hat es in sich. Im Handumdrehen muss ich meinen „weichgespülten“ Liberalismus gegen Zuzanna verteidigen, eine 18-jährige ebenso intelligente, wie gut aussehende, wie radikale Anarcho-Kapitalistin
, verteidigen. Augenzwinkernde Einigkeit besteht immerhin darüber, dass man dringend eine Libertäre Panzerdivision aus privat finanzierten Söldnern aufstellen müsse, um den wenigen Freunden der Freiheit in Frankreich beizustehen, wo sie studiert.Dies ist nur eine Facette. Am anderen Ende des Spektrums gibt es Wojtek, dessen Bussgelder für Trinken in der Öffentlichkeit ein Mehrfaches seines Monatsgehalts ergeben. Zu den illiberalen Zügen Polens gehört das Verbot, Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken. Mit einigen Dosen Tyskie müssen wir uns in ein Waldstück zurückziehen, um nicht von der Polizei erwischt zu werden. Wojtek, seines Zeichens fanatischer GKS-Fan, ist kein gutes Wort über die polnische Polizei zu entlocken. In Deutschland würde seinesgleichen nur von rechten oder linken Sozialisten angesprochen. Der organisierte deutsche Liberalismus rund um die Apothekerpartei wirkt vor diesem Hintergrund immer dröger.
Als der Abend in einem abgetakelten, mit Wehrmachts-Krädern dekorierten Rock-Schuppen ausklingt, erlebe ich noch den schlechtesten DJ der Welt. Minutenlange Pausen zwischen untanzbaren Liedern, die sich innerhalb von 10 Minuten wiederholen: Das muss man erlebt haben, um es würdigen zu können.
Am nächsten Morgen warten 12 Stunden Zugfahrt nach Berlin. Ich bin wieder ein Stück heimatloser geworden.